Kreisklinik: Digitale Patientenkurve hat sich bewährt

Das Projektteam zieht eine positive Bilanz: (v.l.n.r.) Klinikdirektor Martin Rederer, Oberarzt Innere Medizin Daniel Reitenberger, Stv. Pflegedienstleitung und Projektgesamtleiterin Tina Fuchs. Foto: Stefanie Scherm
Das Projektteam zieht eine positive Bilanz: (v.l.n.r.) Klinikdirektor Martin Rederer, Oberarzt Innere Medizin Daniel Reitenberger, Stv. Pflegedienstleitung und Projektgesamtleiterin Tina Fuchs. Foto: Stefanie Scherm

06.03.2020 Nach der vollständigen Digitalisierung der noch vorhandenen Papierakten (digitales Langzeitarchiv für 30 Jahre) folgte vor einem Jahr der zweite wichtige Meilenstein in der Digitalisierungs-Strategie der Kreisklinik Wörth a.d. Donau – die vollständige Ablösung der papiergebundenen ärztlichen und pflegerischen Dokumentation. Seit Dezember 2018 ist auf den Normalstationen und größtenteils auf der Intensivstation eine digitale Patientenkurve in Betrieb. Bei einem Pressegespräch am Freitag, 6. März, im Landratsamt zogen Klinikdirektor Martin Rederer, Projektgesamtleiterin, Tina Fuchs (stellvertretende Pflegedienstleiterin) und ärztlicher Projektleiter, Daniel Reitenberger (Oberarzt der Inneren Medizin), ein positives Fazit nach einem Jahr Umsetzung der digitalen Patientenkurve und gaben Auskunft, wo noch weitere Digitalisierungs-Schritte anstehen.

„Die Digitalisierung trägt zur Entlastung des Personals im Medizin- und Pflegebereich bei, was letztlich den in der Kreisklinik Wörth behandelten Patienten zugutekommt“, so Martin Rederer. Seit Inbetriebnahme der digitalen Patientenkurve werden in der Klinik Patientenverläufe, Diagnosen, Vitaldaten, Fieber- und Blutdruckwerte, Visiten, Medikamenten- und sonstige Anordnungen, Schmerz- und Physiotherapie und Sozialdienst per Computer-Tablet (direkt am Patientenbett), mobil oder auf den vorhandenen stationären Rechnern dokumentiert. Die Visite erfolgt mit Tablet, das Papier hat weitestgehend ausgedient. Die Klinik hat aus eigenen Mitteln über 450.000 Euro in dieses Projekt investiert.  Etabliert wurde seit Oktober 2019 auch ein Zusatzmodul zur Arzneimittel-Therapiesicherheit. Hier kann per Knopfdruck die vohandene, digitale Arzneimittelmedikation jederzeit während des stationären Aufenthaltes auf Kontraindikationen, Dosierungen und Unverträglichkeiten überprüft werden. Bei der Entlassung kann der bundeseinheitliche Medikationsplan ebenfalls unkompliziert erstellt werden. Seit Dezember 2019 wurde auf der Inneren Station die digitale Pflegeprozessplanung als Pilot eingeführt, hier wird bei der stationären Aufnahme aufgrund einer individuellen Pflegeanamnese mit dem Patienten ein für ihn geeigneter und strukturierter Pflegeablauf für den stationären Aufenthalt geplant – Abweichungen sind natürlich patienten- und situationsbedingt jederzeit möglich.

Das Projektteam sieht in der digitalen Patientenkurve eine Reihe von Vorteilen sowohl für die Patienten als auch für das Personal der Kreisklinik Wörth:

  • Schnelle Verfügbarkeit von Anordnungen und Befunden
  • Schnelle und zeitnahe Pflegedokumentation, jederzeit auch direkt am Patientenbett möglich
  • Gleichzeitiger Zugriff aller Verantwortlichen auf Patientendaten, Befunde und Anordnungen; gleichzeitige Dokumentation verschiedener Fachbereiche, schnelleres Vorbereiten von Maßnahmen und Medikamenten und damit insgesamt Beschleunigung der Abläufe als Vorteil für die Patienten
  • Leserlichkeit der Anordnungen (gegenüber der alten Papierkurve)
  • Zeitgewinn für die Arbeit am Patienten
  • Individuell an das Haus angepasste Formular-Dokumentation, Expertengruppen erstellen die Formulare, Ärzte erstellen individuelle Visitenformulare
  • Standardisiertes Arbeiten, einheitliche Vorgehensweise
  • Medikationsstandards, Ablaufstandards (die in der Klinik festgelegt wurden sind digital übernommen wurden und als Set hinterlegt – immer der gleiche Ablauf) mit einem Mausklick anordnen; frei programmierbare Sets
  • Medikamenten-Dosierung kann jederzeit überprüft werden und z. B. an Laborwert-Änderungen angepasst werden; Arzneimittel-Therapiesicherheit
  • Beschleunigung der Kurvenvisite

Ebenfalls digitalisiert wurde Anfang 2019 die Zentrale Notaufnahme (ZNA). Die Rettungsdienste melden ihre Patienten über das NIDA-Board bereits bei der Anfahrt digital in der Zentralen Notaufnahme (ZNA)  der Kreisklinik Wörth an, was zu einem entscheidenden Zeitvorteil bei der Behandlung eines Patienten führen kann. Die medizinische Schweregradeinstufung und die anschließende pfadgeführte ambulante, als auch stationäre Dokumentation der Notfallbehandlung erfolgt ebenfalls papierlos.

Bereits seit Jahren gibt es von den bildgebenden Großgeräten wie CT, MRT, konventionelles Röntgen, C-Bögen usw. nur noch digitale Bilder – die Röntgenfolien haben schon lange ausgedient.

Die digitale Strategie an der Kreisklinik ist noch lange nicht zu Ende – das Projektteam hat schon weitere gute Ideen, die es in den nächsten Jahren umzusetzen gilt.

Bei weiteren Fragen steht Ihnen die Krankenhausleitung jederzeit gerne zur Verfügung. Kontakt: Martin Rederer, Telefon 09482 2020, E-Mail: info@kreisklinik-woerth.de; www.kreisklinik-woerth.de.

 

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